Bulletin Januar 2018

Vereinsgeräteturnen (VGT)
Seit dem 1. Januar 2018 gelten für die Vereinsgerätevorführungen die Weisungen 2018.
 
Angepasst, bzw. neu ist:
- Notenschlüssel Programm Jugend wird aufgehoben, es gilt der Notenschlüssel Aktive
- Möglichkeit für kleine Vereine mit Kleinteams (3 bis 5 Turnende) zu starten, sofern dies in den Wettkampfvorschriften enthalten ist.
Wir möchten mit diesem Angebot den Breitensport unterstützen. Es dürfen Vorführungen zu Dritt, zu Viert oder zu Fünft einstudiert werden. Die Veranstalter und Organisatoren von Wettkämpfen werden gebeten, dieses Angebot in ihr Wettkampfprogramm aufzunehmen. Dieses Wettkampfangbot wird auch am ETF2019 in Aarau angeboten. Informationen dazu gibt die Fachgruppe VGT.

Neu eingestufte Element – Einstufungstabelle (EST)
Die bis am 30. Juni 2017 eingegangenen Anträge wurden von der Fachgruppe behandelt und werden mit diesem Bulletin an die Verbände kommuniziert.
 
Reck: neues Element «Durchschub 1/2 Drehung zum Vorschwung oder Vorschweben» à SW7 (StrG 4.05)
 
Reck: Bückunterschwung mit Bücken mit gegrätschten Beinen. Diese Ausführung wird bei Element 40318 ergänzt. Neu laut die Definition wie folgt:
«Bückunterschwung mit Bücken zum Nsprg mit geschlossenen oder gegrätschten Beinen» à SW7 (StrG 4.03)
 
Boden: Sitzbögli und Durchschub zum Querspagat. Diese Ausführung wird beim Element 10305 ergänzt. Neu lautet die Definition wie folgt:
«Aus Hstand oder Bögli rw. oder Sitzbögli oder Tic-Tac oder Streuli m. gestr. Armen:
Durchschub zum Querspagat»  àSW7 (StrG 1.03)
 
Neue Version EST steht auf der STV-Webseite zum Download bereit.
Termin für neue Anträge: bis am 30. November 2017 an die FG EGT oder an egt@stv-fsg.ch.

 

Wertungsrichter
Diverse Fragen sind an die Fachgruppe gerichtet worden und können wie folgt beantwortet werden.
 
Reck (Frage): Ist es erlaubt beim Element 40508 «7/8 Bückumschwung vw. z. Durchschub m. anschliessender Felge rl. vw. z. Stütz rl.» die Beine beim Bückumschwung  anzuziehen?
Antwort: Ja, der Bückumschwung darf hier mit angezogenen Beinen geturnt werden.
 
Reck (Frage): Ist es erlaubt das Element 40120 «Aufbücken zur Stange aus Riesenfelge rw.» gespreizt, als zu ersten ein Bein gefolgt vom zweiten Bein auf die Stange stellen, geturnt werden?
Antwort: Ja, diese Ausführung ist erlaubt und wird gleich bewertet wie das beidbeinige Aufbücken. Das Element ist auch in der gespreizten Variante eine SW7.
 
Reck (Frage): Für den Übungsbeginn am Hochreck hebt der Trainer den Turner in den Stütz.Ist dies erlaubt?
Antwort: Nein, dies wird als aktive Trainerhilfe gewertet (Abzug Jugendkategorien 0.4, Aktivkategorien 0.8). Eine Übung am Hochreck beginnt immer im Hang.
 
Reck (Frage): Wie wird eine Stemme rw. zum Handstand mit anschliessender Riesenfelge rw. von einem Rückschwung mit anschliessender Riesenfelge rw. unterschieden?
Antwort: Unter 80° wird es als ein Rückschwung angesehen, über 80° ist es eine Stemme rw.
 
Allgemein: Reissen die Reck-/Ringleder etc., kann sich der Turner oder die Turnerin neue Leder organisieren und die Übung am Ende des Durchganges seiner Gruppe als Ganzes wiederholen (Ausgangnote 10.00). Dies ist auch der Fall bei defekten Geräten (z. B. Barrenholmen bricht).
 
Boden (Präzisierung): Bei allen Elementen, die durch den Handstand in den Spagat geturnt werden (Element 10305) muss die sogenannte «Handstandlinie» (I-Pose, Hände-Schultern-Hüft bilden eine Linie) klar ersichtlich sein.
 
Boden (Präzisierung): Die Beweglichkeitselemente am Boden wurden am ZK 2017 behandelt. Bezüglich der Bewertung ist nach der folgende Definition vorzugehen (Präsentation auf STV-Webseitewurde entsprechend angepasst):

- Kleiner Fehler (0,1)
- Mittlerer Fehler (0,2 bis 0,3)
- Grober Fehler (0,4 bis 0,5)  

Dabei können die drei markanten, fehleranfälligen Bereiche (Fuss, Knie und Hüft) bei den Beweglichkeitselementen wie folgt den Kategorien zugewiesen werden:

- Kleiner Fehler: Verdrehung erfolgt in einem der Bereiche Fuss, Knie oder Hüfte
- Mittlerer Fehler: Verdrehung erfolgt in zwei der drei Bereiche,
- und bei groben Fehlern sind alle drei Bereiche betroffen.  

Frage zu den Weisungen Aufbau und Schwierigkeit bei den Jugendkategorien: Wie müssen die Abzüge bezüglich zu leichtem Abgang wirklich verstanden werden?
Antwort: 

- Der Abzug 0.3 kommt zum Zug, wenn: Die Übung den Anforderungen entspricht, genügend Elemente geturnt wurden und ein Abgang geturnt wird, der aber nicht der Kategorie entspricht.
Der Abzug fehlender Abgang 0.8 kommt zum Zug, wenn: das Element, mit dem die Übung beendet wird, nicht als Abgang definiert ist und zuvor eine, den Anforderungen entsprechende Übung, geturnt worden ist, aber eben ohne gültigen Abgang.
Ist der Abgang ein zählendes Element, da zuvor zu wenige den Anforderungen entsprechende Elemente geturnt worden sind und steht er nicht zur Auswahl in der entsprechenden Kategorie, werden 1.2 Pkt. abgezogen.Das Element wird aber nicht zusätzlich in Technik und Haltung gewertet, denn der maximale Abzug von 1.2 Punkten darf nicht überschritten werden.  
Frage bezüglich der Ausbildung Brevet1 und Anforderungen: Ist es wirklich Pflicht, einen Grundkurs J&S zu absolvieren und 18 Jahre zu sein für die Ausbildung Brevet 1?
Antwort: Nein, es ist lediglich eine Empfehlung, aber keine Pflicht. 

Einzelgeräteturnen (EGT)
Ausbildung EGT

Sichern an Wettkämpfen:
  • Stehen auf der Matte ist erlaubt bei: Boden, Ringe, Barren, Reck
  • Stehen auf der Matte ist NICHT erlaubt (Abzug 0.2) bei: Sprung
 
Turnsprache:
Die Nummerierung und Reihenfolge ist mit der Einstufungstabelle abgestimmt. Die Turnsprache kann im STV-Webshop bestellt werden.
  • Neue Turnsprache d/f komplett (Ordner/Inhalt): 35.00 CHF (für Richter 15.00 CHF)
  • Neue Turnsprache d/f (nur Inhalt): 25.00 CHF (für Richter 10.00 CHF)
  • Berechtigung Preis für Richter: Im Bemerkungsfeld «Richter STV» eintragen
Die Ausbildner EGT/VGT erhalten die Turnsprache gratis. Der Technikbeschrieb Schulstufenbarren ist weiterhin einzeln im Angebot.
 

Turnsprache
Die Überarbeitung der Bilder für alle Geräte ist abgeschlossen. Die Reihenfolge wird der Einstufungstabellen (EST) angepasst und die Nummerierung danach neu vergeben.
Barren wurde genauer angeschaut und es wurde eine Anpassung der Strukturgruppen diskutiert, welche nach der SM 2016 eingeführt wird. Die Turnsprache wird bereits entsprechend angepasst.

Es ist vorgesehen, dass der Inhalt einzeln bestellt werden kann oder Ordner inkl. Inhalt. Termin für Fertigstellung: Q4 2016

 

Es wurden in den vergangenen Monaten diverse Fragen zur Bewertung von Elementen an die FG EGT gerichtet. Wir konnten die Anfragen wie folgt beantworten:
 
GERÄT FRAGE ANTWORT
Boden Aus Streuli direkt in den Querspagat, zählt diese Verbindung als zwei Elemente? - Für zwei Elemente muss der Handstand gestanden werden (--),
- Streuli durch den Handstand in den Querspagat geturnt, ist EIN Element (SW 7)
- Streuli mit gebeugten Armen durch den Handstand in den Querspagat, wird als neues Element eingestuft (SW 6)
Reck Vorschweben ½ Drehung zum Vorschweben, wird häufig als Vorschweben ½ Drehung zum Vorschwung geturnt. Ist dies ein neues Element? Beide Ausführungen sind zulässig, ist jedoch das gleiche Element, gleiche Einstufung.
Reck Freie Felge am Tiefreck direkt zur Schwebekippe; muss die Technik bei der Freien Felge angepasst werden wegen Folgeelement? Ausnahme möglich? Es wird keine Anpassung gemacht, Armwinkel muss offen sein. Somit keine Ausnahme für Schwebekippe am Tiefreck nach einer Freien Felge. Es ist aber klar, dass der Körper viel früher rund sein muss, um eine Schwebekippe turnen zu kommen.
Reck 1/1 Bückumschwung anschliessend in Felge rl. vw. wie wird dies bewertet? Wird als neues Element eingestuft: 7/8 Bück-umschwung vw. zum Durchschub mit anschliessender Felge rl. wv. zum Stütz rl. (SW6), Strukturgruppe Durchschübe
Barren Schwebekippe zum Oberarmhang aus Stand oder Verbindung; ist aus Verbindung eine SW-Stufe höher? Schwebekippe zum Oberarmhang aus Verbindung wird als SW6 eingestuft.

 

Wertungstoleranzen ab 1.1.2015
An den diesjährigen Schweizer Meisterschaften konnten bereits gute Erfahrungen mit der neuen Toleranzregel gesammelt werden. Ab dem 1. Januar 2015 haben diese nun an allen Wettkämpfen in der Schweiz ihre Gültigkeit:
 

9,5 und höher 0,2 Punkte Unterschied zwischen den Noten der einzelnen WR’s
8,8 bis 9,4 0,3 Punkte Unterschied zwischen den Noten der einzelnen WR’s
8,7 und tiefer 0,5 Punkte Unterschied zwischen den Noten der einzelnen WR’s


Ist ein Richter jeweils mit seiner Note im höheren Bereich, gilt die Toleranzdefinition dieses Bereichs.
Beispiel: WR1 = 9,2 und WR2 = 9,5; es gilt der Toleranzbereich von 0,2.